Mikrohäuser

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Out of the Box.

Die Idee kleinformatiger Eigenheime gehört zu den neuen, nachhaltigen Flächennutzungskonzepten. In Coesfeld könnten an der Marienburg 21 solcher Mikrohäuser entstehen; Architekt Thomas Lammering von der Interessengemeinschaft (IG) Tiny Houses Coesfeld sowie Kirsten Mielke und Reinhold Zumbült von der VR-Westmünsterland Immobilien GmbH sind derzeit mit der Planung beschäftigt.

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Baulandentwicklung der Mikrohäuser
Begriffsklärung

Sogenannte Tiny Houses sind auf Social Media ein Megatrend: Dort subsumiert der Begriff jede Art von Mini-Immobilien, vom kleinformatigen Modulhaus bis zum Bauwagen. Vor allem jüngere Menschen verbinden mit Tiny Houses deshalb oft das Ideal kostengünstigen, mobilen Wohnens mit einem gemeinschaftlichen, minimalistischen Lebensstil. Die Wirklichkeit des deutschen Baurechts sieht das allerdings nicht vor: Als Dauerwohnsitz müssen auch kleinformatige Immobilien fundamentiert sein, baurechtlichen Vorgaben und der Energieeinsparverordnung entsprechen.

„Als Dauerwohnsitz können in Deutschland nur fest fundamentierte Immobilien genutzt werden, die dem deutschen Baurecht entsprechen. Mobile Tiny Houses zählen nicht dazu.“

Thomas Lammering

Beispiel Coesfeld

„Bei unserem Projekt sprechen wir von Mikrohäusern“, stellt Kirsten Mielke, Geschäftsführerin der VR-Westmünsterland Immobilien GmbH, klar, „gemeint sind damit fest fundamentierte Mini-Immobilien mit Wohnflächen um die 65 Quadratmeter.“ In den Fokus gerückt hat das Thema Projektentwickler und Makler Reinhold Zumbült, der bei der Immobilientochter der VR-Bank tätig ist. Mitte 2019 war er aus persönlichem Interesse der IG Tiny Houses Coesfeld beigetreten.

Initiiert wurde diese unter anderem vom Architekten Thomas Lammering, der in der Runde der zahlreich erschienenen Interessentinnen und Interessenten eingangs auch klarstellte, „dass für kleine Immobilien grundsätzlich dieselben Vorgaben gelten wie für große“. Eine ernüchternde Nachricht für diejenigen, die mit dem Konzept eines mobilen Tiny Houses geliebäugelt hatten – für die anderen ein Ansporn, sich ganz konkret mit den Rahmen­bedingungen und Kosten solcher Mikro­häuser auseinanderzusetzen.

Die Fläche entscheidet

Dabei wurde bald klar, dass man ohne geeignetes Grundstück gar nicht weiterzudenken brauchte. „12 Monate intensiver Suche“, so Zumbült, habe es gebraucht, bis sich eine handfeste Chance auftat: 15.000 Quadratmeter am Baakenesch, auf dem Gelände der Stiftung Haus Hall an der Marienburg – eine Fläche, die derzeit als Plantage genutzt wird. Das Bistum als Eigentümerin zeigte sich von der Idee angetan, das Gelände in Erbpacht für das Projekt zur Verfügung zu stellen, die Politik beauftragte die Stadt Coesfeld, das Konzept zu sondieren, und alles zusammen brachte Bewegung in die Sache.

In intensiver Zusammenarbeit konkretisierten Lammering, Zumbült und ihre Mitstreiterinnen und Mitstreiter in 2021 die Planung: 29 Mikrohäuser auf Grundstücken von je 250 bis 295 Quadratmetern und acht „normale“, unterkellerte Einfamilienhäuser auf 335 bis 450 Quadratmeter großen Grundstücken könnten am Baakenesch entstehen.

„Ökologisches, nachhaltiges Bauen auf wenig Fläche, ressourcenschonendes Leben in und mit der Natur: Das sind die zentralen Anliegen. Dabei kommen viele Interessenten aus dem klassischen Einfamilienhaus und möchten sich kleiner setzen.“

Reinhold Zumbült

sehr konkrete Wünsche

Nach einer öffentlichen Einladung per Kleinanzeige fanden sich beim ersten Treffen zu diesem Konzept fast 130 Menschen ein – mit erstaunlichem Profil und sehr klaren Wünschen. „Statt überwiegend junger Menschen, wie wir erwartet hatten, kamen sehr viele ab Mitte 50, die bereits Wohneigentum besitzen, sich aber mittelfristig kleiner setzen möchten“, sagt Kirsten Mielke, und Reinhold Zumbült betont: „Ihnen geht es um flächensparendes Bauen in und mit der Natur, um Ökologie und Nachhaltigkeit.“

Das lässt sich nur erreichen, wenn man ganzheitlich und zukunftsgerichtet plant – und macht die Aufgabe sehr komplex. Damit nur ein Minimum an Fläche versiegelt wird, sollen die Mikrohäuser auf Stelzen stehen und die gemeinsame Zufahrtsstraße nur drei Meter breit sein. Überlegungen zur künftigen Mobilität gehören dazu; je Haus ist nur ein Stellplatz vorgesehen. Energiekonzept und -effizienz sind zentrale Faktoren. Die Baumaterialien sollen überwiegend ökologisch sein. Und jedes Mikrohaus komplett barrierefrei.

„Wir sind auf einem spannenden Weg durchs Neuland, haben viele intensive Diskussionen und kritische Fragen, und jede bringt uns ein Stück voran“, beschreiben Lammering und Zumbült den Status quo. Wichtige Meilensteine sind schon erreicht: Es gibt ein geeignetes Grundstück, es gibt engagierte Interessenten und es stehen erfahrene Investoren bereit – die VR-Bank Westmünsterland und, als Partner in der bereits gegründeten gemeinsamen Gesellschaft, der Erschließungsspezialist Heitkamp-Hülscher aus Stadtlohn.

Ausblick

„Das sind lauter positive Vorzeichen“, sagt Kirsten Mielke und schätzt optimistisch: „Die Hälfte des Wegs bis zur tatsächlichen Realisierung haben wir zurückgelegt. Aber noch ist nichts final entschieden.“ Man darf also gespannt sein, wie es weitergeht – zumal dieses innovative, flächenschonende Bebauungskonzept sicher auch für andere Gemeinden interessant sein könnte.

Der aktuelle Stand der Planung

Auf der Website der VR-Westmünsterland Immobilien GmbH finden Sie stets aktualisierte Informationen zum Coesfelder Mikrohaus-Projekt. Schauen Sie rein:

Betriebsverlagerung

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Ortswechsel.

Betriebsverlagerung nennt man es, wenn ein komplettes Unternehmen den Standort wechselt. Geschäftsführer Johannes Baier hat mit dem Lueb + Wolters Baufachzen­trum in Borken einen solchen Umzug hinter sich gebracht und die Chance genutzt, das Unternehmen für die Zukunft aufzustellen. Und er hatte auch ein Quäntchen Glück bei der Standortsuche …

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Neubau und Umzug im Zeitraffer
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Johannes Baier und Ralf van den Heuvel
Glück muss man haben

Rund 50.000 Quadratmeter groß ist das Grundstück an der Landwehr in Borken, auf dem das Baufachzentrum Lueb + Wolters seit 2020 seinen neuen Standort hat. Dass es gefunden wurde, verdankt Johannes Baier, Geschäftsführer des Unternehmens, dem „Glück des richtigen Zeitpunkts“. Denn eigentlich hatte er im Jahr 2012 noch gar keinen Umzug im Fokus, als ihm bei einem Termin im Amt für Liegenschaften und Stadtentwicklung der große Plan an der Wand auffiel. „Was ist das eigentlich für ein Gelände da?“, fragte Baier sein Gegenüber – und erfuhr, dass es sich um eine noch nicht vergebene Fläche im Gewerbegebiet an der Landwehr handelte.

Als Schwiegersohn der Familie Wolters war Baier 2010 als Geschäftsführer ins Unternehmen eingetreten. „Als Neuer macht man sich natürlich erstmal gründlich mit dem Unternehmen, dem Geschäftsmodell und seinen Potenzialen vertraut, schaut nach Optimierungsmöglichkeiten und macht sich an die Umsetzung. Damit war ich zu dem Zeitpunkt vollauf beschäftigt und gerade dabei, mit dem Team neue Strukturen und Wachstumsmöglichkeiten auszuarbeiten.“

Dass der frühere Standort an der Gelsenkirchener Straße nicht allzu viel Potenzial für räumliches Wachstum bot, war aber bald klar: Lueb + Wolters standen nach der letzten Erweiterung 2007 rund 25.000 Quadratmeter zur Verfügung. Damit waren alle Optionen zur Flächenerweiterung ausgeschöpft. Der benachbarte OBI-­Baumarkt schränkte die baulichen Entwicklungsmöglich­keiten zusätzlich ein.

Als Baier bei der Stadtverwaltung diese Chance vor die Füße fiel, meldete er deshalb direkt sein Interesse an – und die Stadt Borken signalisierte ihr grundsätzliches Einverständnis.

„Das ist natürlich ein Schritt, der in der Familie gut überlegt sein will“, sagt Baier, „aber Umziehen liegt bei Lueb + Wolters in der DNA.“ Mit der Verlagerung an die Landwehr erwog man schon den dritten Standortwechsel in 120 Jahren Unternehmensgeschichte.

„Was ist das eigentlich für ein Gelände da auf dem Plan an der Wand?“

Johannes Baier beim Termin im Liegenschaftsamt

Fünf Jahre Planung

Als 2017 schließlich der Kaufvertrag unterzeichnet wurde, waren schon drei Jahre intensiver Planung vorausgegangen; insgesamt arbeiteten Baier und sein Team ganze fünf Jahre an ihren Details. Schließlich wollte diese Erweiterungsmöglichkeit optimal genutzt sein – und neben einer gelungenen Warenpräsentation ging es auch um umfangreiche Lagerhaltung, Platz für den Fuhrpark, kurze Wege, ein nach­haltiges Energiekonzept und clevere Neuerungen wie die Beton2go-Tankstelle: Dort gibt es auf Knopfdruck verschiedene Betonsorten in Kleinmengen zum Abholen.

„Die Gespräche waren konstruktiv und zielführend, offen und ehrlich. Ich hatte immer das Gefühl, hier geht’s ums Möglichmachen, nicht ums Einbremsen.“

Johannes Baier

Stimmiges Gesamtkonzept

Das Unternehmen wurde immer solide und mittelständisch geführt, dennoch stresse ein solcher Sprung, verbunden mit einem Investment von 15 Millionen Euro, die eine oder andere betriebswirtschaftliche Kennzahl, sagt Baier. „Ich bin froh und dankbar, dass wir dabei nicht auf schnellstmöglichen wirtschaftlichen Maximalerfolg hinarbeiten müssen, sondern ein stimmiges Gesamtpaket schnüren konnten, das auf nachhaltig positive Entwicklung setzt. Diese Freiheit hat man nur als inhabergeführter Familienbetrieb, in einem investor­getriebenen Unternehmen wäre das sicher nicht möglich gewesen.“ Als sehr unterstützend, engagiert und „im besten Sinne mittelständisch“ hat Baier die Begleitung durch die VR-Bank empfunden: „Die Gespräche waren konstruktiv und zielführend, offen und ehrlich. Ich hatte immer das Gefühl, denen geht’s ums Möglichmachen, nicht ums Einbremsen. Und das hat dann ja auch prima geklappt.“

Kraftakt Umzug

Ende 2019 war der Neubau fertig: Jeder Bereich ist so geplant, dass er künftig nochmals um dieselbe Fläche erweitert werden kann. Zukunftssicher ist auch die Energieversorgung angelegt, der Betrieb arbeitet zu 50 Prozent energieautark.

Beim Umzug selbst bewegten die rund 140 Mitarbeitenden in sieben Tagen und zwei Schichten über 7.000 Tonnen Material. „Unser Umzugsplan war ein logistischer Kraftakt, über 100 Punkte standen auf der Liste, bis hin zu den belegten Brötchen für die Pause.“ Dass tatsächlich alles so reibungslos und perfekt geklappt habe, liege aber vor allem an seinem Team, sagt Baier: „Wir hatten frühzeitig gesagt: Leute, genießt die Weihnachtspause und sammelt Kraft. Am 6. Januar ist Eröffnung, und wir haben genau eine Woche, dann muss alles fertig sein. Während der Umzugsphase gab es keine einzige Krankmeldung, alle packten mit an, wussten genau, was zu tun ist, und wir haben es als Mannschaft gemeistert!“

„Lueb + Wolters hat als top aufgestellter Baustoffhandel eine wichtige Rolle hier vor Ort, versorgt das Handwerk wie die Baubranche und denkt so innovativ wie nachhaltig. Solche Unternehmen begleiten wir gern.“

Ralf van den Heuvel

Angekommen

Inzwischen ist Lueb + Wolters heimisch geworden an der Landwehr, und für die Erweiterungsflächen keimen schon die ersten Pläne. Bis dahin grasen dort sechs Schafe aus der Baierschen Herde – und die ganze Unternehmensfamilie freut sich erstmal über den jüngsten Erfolg: die Auszeichnung als Top-Innovator und eines der 100 erfolgreichsten mittelständischen Unternehmen Deutschlands.

Mehr über Lueb + Wolters

Seit vier Generationen versorgt das Bauchfachzentrum Lueb + Wolters Handwerksbetriebe und Bauherren im Westmünsterland mit allem, was der Hausbau braucht. Am neuen Standort an der Landwehr in Borken gelingt das besser und komfortabler denn je.